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Was ein Handballtrainer über Feedback weiß, das die meisten Manager nicht können

Handball-Mannschaft im Team-Timeout

Auszeit. 28:25, fünf Minuten vor Schluss, das Spiel kippt gerade.

Die Mannschaft kommt zur Bank. Sieben Spieler, außer Atem, Schweiß auf der Stirn, manche frustriert, manche verunsichert. Dreißig Sekunden hat der Trainer. Dreißig Sekunden, um etwas zu bewirken.

Und was tut er?

Er analysiert nicht. Er zählt keine Fehler auf. Er zeigt nicht auf die Anzeigetafel. Er sagt einen einzigen Satz: „Was seht ihr gerade auf dem Feld, das wir ändern können?"

Kurze Stille. Dann sagt der Rükraumspieler: „Die schieben links immer zu. Ich komm nicht durch." Der Kreisläufer ergänzt: „Wenn du anziehst und dann abgibst, bin ich frei." Der Trainer nickt. „Gut. Machen wir. Traut euch."

Ende der Auszeit. Die Mannschaft geht zurück aufs Feld — und du siehst den Unterschied sofort. Nicht weil der Trainer eine geniale Taktik geliefert hat, sondern weil er etwas viel Wichtigeres getan hat: Er hat seinen Spielern zugetraut, die Lösung selbst zu sehen.

Ich erlebe in Unternehmen regelmäßig das Gegenteil. Ein Meeting läuft nicht gut. Die Zahlen stimmen nicht. Und was passiert? Die Führungskraft holt aus. Erklärt, was schiefgelaufen ist. Zeigt Slides. Gibt Anweisungen. Redet fünfzehn Minuten. Das Team nickt, macht sich Notizen — und geht raus mit dem Gefühl, gerade geschrumpft worden zu sein.

Der Unterschied zwischen dem Handballtrainer und diesem Manager? Der Trainer weiß: In der Drucksituation brauchen Menschen keine Analyse. Sie brauchen das Vertrauen, dass ihre Wahrnehmung zählt. Und sie brauchen eine Frage, die ihnen erlaubt, selbst auf die Lösung zu kommen.

Das ist Feedback, das wirkt. Nicht die Bewertung von oben nach unten. Sondern der Moment, in dem du als Führungskraft den Mut hast, die klügste Person im Raum nicht du zu sein — sondern dein Team.

Eine Frage, die mich seit dieser Auszeit begleitet: Wann hast du das letzte Mal in einer schwierigen Situation nicht die Antwort gegeben, sondern die richtige Frage gestellt — und was ist dann passiert?

Führe dich selbst, und alles andere folgt.
— Ralf

Klingt das nach einer Situation, die du kennst?

Wenn du jemanden suchst, der mitdenkt — nicht nur zuhört — lass uns reden.

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Weitere Impulse

Schau gern in die vollständige Übersicht für mehr Gedanken aus der Serie „Führung ist kein Zuschauersport".

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